Wie man einen gebrauchten Lkw auswählt
In einem Video von Bri4ka.com kommt Filip mit einer Frage zu Fenix: Wenn ich morgen einen Lkw kaufen müsste, womit fange ich an? Agop Erdeklian, der seit 20 Jahren Lkw verkauft, führt ihn über den Platz. Hier haben wir die Tipps aus dem Gespräch zusammengefasst, am Ende mit einer kurzen Checkliste.
Zuerst: Welche Arbeit soll der Lkw machen
Ein Pkw kostet Geld. Ein Lkw muss Geld verdienen. Deshalb beginnt die Wahl nicht bei Marke oder Farbe, sondern bei der Frage, wofür der Lkw arbeiten soll.
Eine Sattelzugmaschine mit Kran hinter der Kabine zieht zum Beispiel einen Auflieger mit Ziegelpaletten zur Baustelle und lädt sie selbst in den fünften Stock ab, ohne extra Kran. Kipper, Betonmischer, Kühlkoffer — jeder ist eine Maschine für eine bestimmte Aufgabe.
Dann kommen die Fragen, die das Modell bestimmen: kurze oder lange Touren, Asphalt oder Gelände, 15 oder 25 Tonnen Ladung. Wichtig ist auch, wer kauft: der Chef für seinen Fahrer oder der Fahrer für sich selbst. Eine Lieblingsmarke ist normal, sie darf aber nicht vor dem Nutzen stehen.


Marke und Modell: Jede hat ihren Reiz
Agop will die Marken nicht in eine Reihenfolge bringen — jeder Lkw hat seine Stärken. Seine persönliche Wahl: für einen Kipper MAN oder Mercedes, gebaut wie ein Panzer und bleiben nie liegen; für eine Fernverkehrs-Zugmaschine Scania.
Wichtig ist zu wissen, was der Unterhalt kostet. Es gibt keinen Lkw, der nie kaputtgeht. Scania ist insgesamt sparsam und langlebig, aber die Teile sind teuer: ein Turbo kann doppelt so viel kosten wie bei Mercedes.
Prüfen Sie deshalb vor der Entscheidung den Ruf des jeweiligen Motors und ob mindestens zwei Lieferanten Teile für das Modell anbieten. Ein Lkw, für den es keine Teile gibt, steht still.
Vor der Besichtigung: Baujahr, Kilometer, Euronorm, Historie
Bevor Sie um den Lkw herumgehen, holen Sie seine Daten ein: Baujahr, Kilometerstand, Euronorm und Servicehistorie. Fragen Sie, warum er verkauft wird, welche Reparaturen und Ölwechsel er hatte, ob er einen Unfall hatte und wie viele Vorbesitzer. Häufige Besitzerwechsel in kurzer Zeit sind ein Hinweis auf versteckte Mängel.
Die Euronorm hängt davon ab, wo Sie fahren. In Bulgarien zahlen Euro 5 und Euro 6 fast dieselbe Maut. Die Vorschriften werden aber strenger und die Maut ändert sich jedes Jahr — wer vorausdenkt, ist mit Euro 6 auf der sicheren Seite.
Wenn der Kilometerstand für das Alter zu niedrig wirkt, prüfen Sie ihn. Wie das geht, haben wir im Artikel über die echten Kilometer der Schweizer Lkw beschrieben.
Die Besichtigung: Rahmen, Sattelkupplung, Achsen, Luftbälge
Beginnen Sie mit dem Rahmen. Daran sieht man, ob der Lkw nach einem Unfall geschweißt oder lackiert wurde. Der Rahmen trägt alles andere und muss einwandfrei sein.
Leichter Oberflächenrost an der Sattelkupplung oder ihrer Montageplatte ist kein Problem. Er kommt meist von Wasser, das vom Auflieger tropft, ist leicht zu beheben, und die Sattelkupplung lässt sich bei Bedarf tauschen.
Schauen Sie unter dem Lkw auf die Differenziale: sauber, ohne Undichtigkeiten? Prüfen Sie die Luftbälge auf Risse. Rost an Kabine und Dach und Blasen unter dem Lack prüfen Sie draußen bei Tageslicht. Kontrollieren Sie auch Stand und Zustand von Motor- und Getriebeöl.



Felgen, Reifen und Kraftstoffverbrauch
Bei Zugmaschinen ist der Kraftstoff der größte Kostenpunkt. Was Sie verdienen, muss mehr sein als das, was Sie ausgeben, und jedes Kilo Gewicht zahlen Sie in Litern.
Glänzende Alufelgen sind nicht nur Optik. Ein Satz ist rund 80 kg leichter als Stahlfelgen — der Lkw lädt mehr und verbraucht weniger.
Sehen Sie sich auch das Reifenprofil an: Wie lange halten sie noch, wann sind neue fällig? Ein neuer Satz ist ein Kostenpunkt, den man besser vor dem Kauf kennt als danach.
Die Kabine und die Probefahrt
Eine große Kabine mit zwei Liegen (bei Scania die Topline) bietet viel Platz und Komfort. Sie wiegt aber rund 300 kg mehr als eine niedrige Kabine, und das bedeutet mehr Verbrauch.
Fährt der Lkw mit zwei Fahrern, lohnt sich die große Kabine. Mit einem Fahrer sollten Sie abwägen, ob sich der Komfort rechnet. Ein Kompromiss zwischen Chef und Fahrer — aber ein guter Fahrer verdient einen guten Arbeitsplatz.
Gefällt Ihnen der Lkw und stimmt die Historie, folgt die Probefahrt: Motor, Getriebe, Bremsen, Federung, die Extras in der Kabine. Nehmen Sie den Fahrer mit, der ihn fahren wird — seine Meinung ist wertvoll.
Der Preis, die Verhandlung und wann man gehen sollte
Schweizer Lkw werden meist mit allen Extras bestellt und nach Plan gewartet. Deshalb sind sie nicht die billigsten in Europa: Qualität hat ihren Preis. Etwas Billiges ist selten gut.
Verhandeln ist normal und findet im Büro statt, nicht neben dem Lkw. Der Käufer will das Beste für sich, der Verkäufer einen Preis, mit dem er am Markt bleibt. Es gibt immer einen vernünftigen Kompromiss.
Rechnen Sie vor der Unterschrift das ganze Budget durch: anstehende Reparaturen und Wechsel, Finanzierung, Versicherung, Garantie. Und wissen Sie, wann Sie gehen sollten. Klingt etwas zu gut, passt der Kilometerstand nicht zum Baujahr oder gibt der Verkäufer keine Papiere oder keine Besichtigung — das sind Warnzeichen. Lkw gibt es viele.
Kurze Checkliste
1. Wofür der Lkw arbeitet: Ladung, Strecken, Gelände, ein oder zwei Fahrer.
2. Daten und Historie: Baujahr, Kilometer, Euronorm, Serviceheft, Ölwechsel, Unfälle, Anzahl der Vorbesitzer, Verkaufsgrund.
3. Besichtigung draußen bei Tageslicht: Rahmen, Sattelkupplung, Rost, Achsen, Luftbälge, Öle, Reifen.
4. Probefahrt, zusammen mit dem Fahrer.
5. Das ganze Budget: Reparaturen, Teile, Finanzierung, Versicherung, Garantie. Und den Mut, Nein zu sagen.
Das ganze Gespräch ansehen
Video: Bri4ka.com — „Wie wählt und kauft man einen gebrauchten Lkw?“ (auf Bulgarisch).










